Bayernwerk AG folgen

PV und Speicher haben Zukunft in Frankens Kommunen

Pressemitteilung   •   Nov 27, 2019 17:31 CET

Sie nehmen den Strom- und Wärmeverbrauch in ihren Kommunen ins Visier. Die Teilnehmer des Energieeffizienz-Netzwerks Franken am Dienstag im Bayernwerk-Kundencenter in Fuchsstadt.

Fuchsstadt. Energie nicht nur regenerativ selbst erzeugen, sondern den Strom auch lokal vor Ort verbrauchen: Mit dieser Kombination können Frankens Kommunen auch in Zukunft weiter ihre Energiebilanz verbessern und einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Verschiedene Möglichkeiten zur Stromeigennutzung hat Professor Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden beim Treffen des Energieeffizienz-Netzwerks Franken am Dienstag im Bayernwerk-Kundencenter in Fuchsstadt vorgestellt. In dem Bündnis arbeiten sieben Städte und Gemeinden zusammen, um in der täglichen Praxis Einsparpotenziale zu finden und zu heben.

Der Unterhalt und Betrieb von Straßenbeleuchtung, Kläranlagen, Schulen, Schwimmbädern und kommunalen Gebäude sorgen mit ihrem Energiebedarf bei Städten und Gemeinden für eine teils hohe Kostenbelastung. Ein zukunftsfähiger Ansatz zur Kostensenkung und zur Steigerung der Energieeffizienz kann nach Vorstellung von Energietechnik-Experte Professor Markus Brautsch eine höhere Stromeigennutzung sein. „Viele Kommunen haben weiterhin ein hohes Potential für den Einsatz von PV-Anlagen. Dabei gewinnen innovative Vermarktungsmodelle wie Mieterstrom oder Arealnetze an Bedeutung“, erklärte Brautsch am Dienstag beim Treffen in Fuchsstadt den Netzwerkteilnehmern aus Aidhausen, Dittelbrunn, Haibach, Sailauf, Waldaschaff, Marktheidenfeld und Höchstadt a. d. Aisch. Die klassische Volleinspeisung ins allgemeine Stromnetz verliere hingegen an Attraktivität. Hinzu komme, dass in absehbarer Zukunft bei ersten PV- und Biogas-Anlagen nach 20 Jahren die gesetzliche Einspeisevergütung endet und ein rentabler Weiterbetrieb vieler Anlagen über die Förderfrist hinaus bislang unsicher ist.

Speicher mit Notstromfunktion

Als Ergänzung zur eigenen Stromerzeugung können Energiespeicher die Quote des Eigenverbrauchs erhöhen. „Für die Wirtschaftlichkeit von Speicherlösungen müssen die Größe des Speichers und die Leistung der jeweiligen Erzeugungsanlage fachmännisch aufeinander abgestimmt sein“, erklärte Christopher Reith, Spezialist für Speicherlösungen vom Bayernwerk. Als Anwendungsbeispiele im kommunalen Umfeld verglich er den Autarkiegrad bei der Stromversorgung mit und ohne den Einsatz von Speichern für einen Kindergarten, eine Kläranlage, eine Mittelschule und ein Straßenbeleuchtungsprojekt. „Die Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass die Notstromfunktion von Speichern für Kommunen einen überzeugenden Vorteil bietet. Mit ausgewiesenen Geräten können bei einem Stromausfall etwa IT- und Kommunikationssysteme oder Infrastruktureinrichtungen wie Kläranlage, Pumpwerk oder Straßenbeleuchtung in Betrieb bleiben“, sagte Reith.

Weniger Strom- und Wärmeverbrauch

„Mit der Initiative des Netzwerks möchten wir die Kommunen motivieren und begleiten, den eigenen Energieverbrauch zu senken und den effizienten Einsatz der Energie weiterzuentwickeln. Das Netzwerk bietet allen Teilnehmern die Chance, im offenen Austausch möglichst rasch und praxisnah voneinander zu lernen“, sagte Bayernwerk-Kommunalmanagerin Christine Pfaff. Bei der Gründung des Netzwerks haben die Vertreter der Kommunen gemeinsame Ziele vereinbart. Bis 2020 wollen sie sowohl ihren Stromverbrauch als auch ihren witterungsbereinigten Wärmeverbrauch im Vergleich zum Basisjahr 2016 um sechs Prozent senken. Im Vergleich sieht die EU-Effizienzrechtlinie eine jährliche Einsparung von 1,5 Prozent vor.

Das Netzwerk wird von der Bayernwerk Natur GmbH und der Bayernwerk Netz GmbH getragen. Die Bayernwerk-Töchter bringen das notwendige Energiewissen in das Netzwerk als Basis für bestmögliche Lösungen ein. Fachlich wird das Energieeffizienz-Netzwerk vom Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden begleitet. Professor Markus Brautsch und sein Team unterstützen das Projekt mit Analysen und wirtschaftlich nachhaltigen Lösungsansätzen.

Das Netzwerk hat sich auf Initiative der Bayernwerk AG im Juli 2017 gegründet. Die Treffen und die Beratungsleistungen werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) finanziell gefördert.

Partner im fränkischen Energieeffizienz-Netzwerk

  • Aidhausen (Lk Haßberge)
  • Dittelbrunn (Lk Schweinfurt)
  • Haibach (Lk Aschaffenburg)
  • Höchstadt an der Aisch (Lk Erlangen-Höchstadt)
  • Marktheidenfeld (Lk Main-Spessart)
  • Sailauf (Lk Aschaffenburg)
  • Waldaschaff (Lk Aschaffenburg)

Kurzprofil Bayernwerk AG:

Die Bayernwerk AG steuert die Unternehmen der Bayernwerk-Gruppe. Diese kümmern sichum Kundenlösungen, moderne und sichere Energienetze, Elektromobilität, dezentrale Energieerzeugung oder die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung. Die Bayernwerk-Gruppe unterstützt die Menschen in Bayern bei der Energiewende vor Ort und fördert die Wirtschaftskraft und Lebensqualität in den bayerischen Regionen.

Sitz der Bayernwerk AG ist Regensburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter des E.ON-Konzerns.

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