Bayernwerk AG folgen

Pilotprojekt in Oberfranken: Bayernwerk schafft mit innovativer Netznutzung Platz für Erneuerbare Energie

Pressemitteilung   •   Mär 01, 2018 15:00 CET

270.000 dezentrale Erzeugungsanlagen speisen in das Netz des Bayernwerks ein. Die sogenannte Spitzenkappung soll deutliche Entspannung beim Netzausbaubedarf bieten.

Regensburg. Der Zuwachs an dezentralen Einspeiseanlagen erfordert den Ausbau der Netze. Nun wendet das Bayernwerk mit der sogenannten Spitzenkappung im Raum Bad Steben ein innovatives Verfahren an, das deutliche Entspannung beim Netzausbaubedarf bietet. Durch die Spitzenkappung in dieser Netzregion werden die zu erwartenden Netzbaukosten um rund eine Million Euro reduziert.

Zur Einbindung dezentraler Energieanlagen muss das Netz ausgebaut werden, um Platz für die regenerative Energie zu schaffen. Bis jetzt war es aufgrund der gesetzlichen Vorgaben erforderlich, das Stromnetz auf die jeweils maximale installierte Anlagenleistung auszulegen. Die maximale Anlagenleistung kommt jedoch nur an wenigen Stunden im Jahr zum Tragen. Schon heute verteilt das Bayernwerk in seinem Energienetz durchschnittlich über 60 Prozent regenerative Energie. An mehreren hundert Stunden pro Jahr sind alle Bayernwerk-Netzkunden zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt. Möglich wird das durch 270.000 regenerative Erzeugungsanlagen, die das Bayernwerk bis heute an sein Energienetz angeschlossen hat.

Das neue Strommarktgesetz macht nun den Weg für eine Kappung der Einspeisespitzen frei. Um maximal drei Prozent darf die jährlich erzeugte Energiemenge je Anlage netzplanerisch reduziert werden. Diese Anpassung an reale Einspeiseverhältnisse reicht, um den Netzausbaubedarf spürbar zu senken. Umgekehrt bedeutet das: Legt man bei den Netzkapazitäten eine maximale Anlagenleistung von 97 Prozent und damit realistischere Annahmen zu Grunde, können mehr Erzeugungsanlagen ans Netz angeschlossen werde, ohne dass das Netz ausgebaut werden muss. Die regionale Verteilung des Stroms wird dadurch deutlich effizienter.

Sollte in Spitzenkappungsgebieten aufgrund intensiver Sonneneinstrahlung und entsprechender Windverhältnisse die maximale Anlagenleistung anliegen, wird diese um bis zu maximal drei Prozent und damit auf höchstens 97 Prozent Anlagenleistung gekappt. Ab 1. März kommt die Spitzenkappung auch im Raum Bad Steben im Landkreis Hof zur Anwendung. Mit der Anwendung der Spitzenkappung in dieser Netzregion werden die zu erwartenden Netzbaukosten um rund eine Million Euro reduziert.

Das Verfahren zur Spitzenkappung testet die Bayernwerk Netz seit August letzten Jahres auch in Teilgebieten der Oberpfalz. Eine Regelung der eingebundenen Anlagen war bislang allerdings nicht erforderlich.

Wo und wie kommt Spitzenkappung zur Anwendung?

Die Entscheidung, in welchen Netzgebieten eine Anwendung der Spitzenkappung vorteilhaft ist, trifft der Verteilnetzbetreiber je nach örtlicher Netzeinspeise- und Lastsituation und dem erwarteten Zubau von Erneuerbaren Energien. Die Anlagenbetreiber, deren Anlagen im Rahmen der Spitzenkappung geregelt werden, erhalten für die entgangene Einspeisung eine entsprechende Entschädigung. Die Gesamtkosten für die Bürger und die Wirtschaft werden aber geringer, da die prognostizierten Entschädigungen vielfach geringer sind als die Kosten für den Netzausbau.

Über Bayernwerk Netz GmbH:

Die Bayernwerk Netz GmbH bietet rund fünf Millionen Menschen in Bayern eine sichere Energieversorgung. Das Netzgebiet erstreckt sich über Unter- und Oberfranken, die Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern. Mit seinem Stromnetz von rund 154.000 Kilometern Länge und seinem über 5.800 Kilometer langen Erdgasnetz ist das Unternehmen der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern. Zudem betreibt die Bayernwerk Netz GmbH ein Straßenbeleuchtungsnetz mit einer Länge von 34.600 Kilometern. Rund 2.700 Mitarbeiter an mehr als 20 Standorten arbeiten an einer sicheren Versorgung und am Energiesystem von morgen. In seinem Netz transportiert das Unternehmen zu 60 Prozent regenerative Energie. Dafür sorgen rund 270.000 regenerative Erzeugungsanlagen, die in das Netz des Bayernwerks einspeisen. Sitz des Unternehmens ist Regensburg. Die Bayernwerk Netz GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.