Bayernwerk AG folgen

Knapp 27 Millionen Euro für Baumaßnahmen im Netzcentergebiet Naila

Pressemitteilung   •   Sep 14, 2016 19:37 CEST

Bayernwerk-Netzcenter Naila stellt Baumaßnahmen 2016 vor

Naila. Rund 96 Millionen Euro steckt das Bayernwerk in diesem Jahr in seine oberfränkischen Strom- und Erdgasnetze, knapp 27 Millionen davon im Gebiet des Bayernwerk-Netzcenters Naila. Damit investiert das Bayernwerk in die Instandhaltung des regionalen Verteilnetzes und schafft die notwendigen Netzkapazitäten für die Einspeisung Erneuerbarer Energien. Einzelne Projekte stellte das Bayernwerk in einem Pressegespräch am Netzcenter in Naila vor.

„Unsere Aufgaben haben sich mit der Energiewende stark erweitert“, erklärte Ingo Schroers, der beim Bayernwerk für Ober- und Unterfranken verantwortlich ist. Besondere technische und technologische Anforderungen stelle der hohe Anteil regenerativer Energie im Bayernwerk-Netz. Dank aktuell über 260.000 in das Stromnetz eingebundener dezentraler Einspeiseanlagen, größtenteils Photovoltaik, transportiere das Bayernwerk heute schon zu über 60 Prozent regenerativen Strom im seinem Netz. „Zweimal hatten wir in diesem Jahr die Situation, dass unser gesamtes Netzgebiet über mehrere Stunden zu 100 Prozent aus regenerativer Energie versorgt war“, erläuterte Schroers. Eine große Herausforderung für den Netzbetrieb bleibe die stark schwankende Einspeisecharakteristik der PV-Anlagen. Um die Netzstabilität zu gewährleisten, integriere das Bayernwerk immer mehr technologische Innovationen in die Infrastruktur. Regelbare Ortsnetztransformatoren beispielsweise sorgen im lokalen Bereich für Stabilität im Netz, indem sie automatisiert Spannungsschwankungen entgegenwirken.

Trotz aller technologischen Entwicklungen führe jedoch kein Weg am klassischen Netzbau vorbei. „Unser wichtigstes Produkt bleibt die sichere Versorgung der Menschen mit Energie“, betonte Ingo Schroers. Dazu müsse man die Netze instand halten, modernisieren und ausbauen. Nach 520 Millionen Euro im letzten Jahr, verbaue das Bayernwerk in 2016 weitere 580 Millionen Euro. „Das Verteilnetz ist die Steuerzentrale der Energiewende. Mit unseren Netzinvestitionen rüsten wir unsere Infrastruktur für die Zukunft“, betonte Schroers.

Der für die oberfränkischen Netzdienste verantwortliche Konrad Walter stellte das Baubudget für Oberfranken vor: „96 Millionen Euro verbauen wir in Oberfranken, knapp 27 Millionen davon im Netzcentergebiet Naila. Das Netzcentergebiet reicht von Ludwigsstadt im Norden bis Neualbenreuth im Osten und im Süden bis Schneckenlohe bei Coburg. Das Gebiet umfasst damit die Landkreise Hof, Kronach, Wunsiedel und Tirschenreuth. Etwa 197.000 Einwohner in 63 Städten und Gemeinden werden so über unsere Infrastruktur des regionalen Netzbetreibers versorgt.“

Franz Schmidt, für den Netzbau im Gebiet des Bayernwerk-Netzcenters Naila verantwortlich, stellte Einzelheiten des Bauprogramms vor.

  • Im Gebiet des Windparks Münchberg-Laubersreuth (Landkreis Hof) führt die Zunahme der dezentralen Einspeisung zu einer Spannungsanhebung im örtlichen Mittelspannungsnetz. Um dem entgegenzuwirken, wird das Mittelspannungsnetz verstärkt. Auf einer Länge von rund 1,6 Kilometer werden neue Mittelspannungskabel verlegt.
  • Eine einspeisebedingte Netzverstärkung steht auch in Wilhelmstal auf dem Bauprogramm. Durch ein neues, 4,5 Kilometer langes Mittelspannungskabel wird die Versorgungssicherheit im Bereich Effelter-Tschrin (Landkreis Kronach) erhöht.
  • Im Raum Schödlitz-Pulschnitz (Landkreis Hof) wird eine 1,5 Kilometer lange Mittelspannungsfreileitung durch neue Erdkabel ersetzt. Neben einem 1,5 Kilometer langen Mittelspannungskabel wird auf einer Strecke von 500 Metern ein neues Niederspannungskabel verlegt. Zudem wir eine Kompaktstation neu errichtet. Die Verkabelungsmaßnahme ermöglicht den Abbau der Freileitung.
  • Auch in Regnitzlosau im Landkreis Hof wird eine ein Kilometer lange Mittelspannungs-Freileitung abgebaut. Möglich wird dies ebenfalls durch eine neue Erdverkabelung.
  • Im Enchenreuther Peuntweg (Landkreis Hof) wird die Netzinfrastruktur erneuert. Auf rund einem Kilometer Länge werden neue Mittel- und Niederspannungskabel verlegt. Eine neue, kompakte Ortsnetzstation ersetzt eine ältere Station. 300 Meter Mittelspannungs-Freileitung werden abgebaut.
  • Arbeiten am Gasnetz finden beispielsweise in Weißenbrunn i Landkreis Kronach statt. Dort wird um fünf neue Kunden an das örtliche Erdgasnetzanzuschließen das Gasortsnetz um 300 m verlängert. Dabei wird ein in diesem Bereich vorhandenes Mittelspannungskabel gegen neues Kabel ausgetauscht.
  • In Kronach wird eine alte Turmstation durch eine neue Kompaktstation ersetzt. In diesem Zusammenhang werden rund 300 Meter neue Erdkabel verlegt und rund 100 Meter Freileitung abgebaut.

Über Bayernwerk AG:

Die Bayernwerk AG bietet rund fünf Millionen Menschen in Bayern eine sichere Energieversorgung. Der Verteilnetzbetreiber forscht, entwickelt und arbeitet an Energielösungen von morgen. Für die Gestaltung der Energiezukunft in Bayern zeichnet sich das Energieunternehmen vielfach verantwortlich. Dazu zählt die Integration regenerativer Erzeugungsanlagen in das Verteilnetz, die Entwicklung intelligenter Netzkomponenten, die Energiepartnerschaft zu Bayerns Kommunen mit vielfältigen Energiedienstleistungen sowie kundenbezogene moderne Energiekonzepte des Tochterunternehmens Bayernwerk Natur. Mit einem Stromnetz von rund 153.000 Kilometern Länge und einem etwa 5.700 Kilometer langen Erdgasnetz ist das Unternehmen der größte regionale Netzbetreiber in Bayern. Zudem betreibt das Bayernwerk ein Straßenbeleuchtungsnetz mit einer Länge von 34.500 Kilometern. Das Netzgebiet erstreckt sich über Unter- und Oberfranken, die Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern. In sein Netz hat das Bayernwerk rund 260.000 regenerative Erzeugungsanlagen angeschlossen und verteilt so zu mehr als 60 Prozent ausschließlich regenerative Energie. Sitz des Unternehmens ist Regensburg. Das Bayernwerk ist eine 100-prozentige E.ON-Tochter.