Bayernwerk AG folgen

Einspeisespitzen kappen, Netzausbau vermeiden

Pressemitteilung   •   Aug 31, 2018 15:29 CEST

Das Bayernwerk startet rund um die Umspannwerke Aichach und Odelzhausen die sogenannte Spitzenkappung. An die dortigen Erzeugungsanlagen, vor allem große Solaranlagen, werden somit höhere Anforderungen an eine flexible Regelung gestellt.

Bayernwerk regelt künftig dezentrale Einspeisung in Aichach und Odelzhausen

Eine regenerative Leistung von 9.500 Megawatt hat das Bayernwerk mittlerweile an sein Energienetz angeschlossen. Dazu musste das Stromnetz in den letzten Jahren massiv ausgebaut werden. Die erforderlichen Netzkapazitäten orientierten sich dabei an der maximalen Anlagenleistung. Diese liegt aber nur sehr selten an. Ein neues Gesetz ermöglicht es nun, den erforderlichen Netzausbau an reale Bedingungen anzupassen. Im Fall der Fälle können Einspeisespitzen gekappt werden. Das erleichtert den Netzbetrieb und spart Kosten für den Netzausbau. Nachdem in der Oberpfalz Spitzenkappungs-Pilotprojekte erfolgreich gestartet wurden, werden nun in Aichach und Odelzhausen neue Spitzenkappungsregionen eingeführt.

„Nur an wenigen Stunden im Jahr kommt es dazu, dass Wind- und PV-Anlagen in Kombination mit maximaler Leistung einspeisen“, erläutert Dr. Egon Westphal, Technikvorstand des Bayernwerks. Wissenschaftliche Auswertungen belegen, dass schon eine leichte Reduzierung der Anlagenlagenleistung in diesen seltenen Einspeisemomenten hilft, den Bedarf an Netzausbau spürbar zu senken. Das neue Strommarktgesetz ermöglicht eine Kappung der Einspeisespitzen. Um maximal drei Prozent darf die jährlich erzeugte Energiemenge je Anlage netzplanerisch reduziert werden. Die Entscheidung, in welchen Netzgebieten eine Anwendung der Spitzenkappung vorteilhaft ist, trifft der Verteilnetzbetreiber in Abhängigkeit der örtlichen Netz- und Einspeisesituation.

Anlagenbetreiber werden entschädigt

Ab Samstag, 1. September, startet das Bayernwerk in Teilen der Netzgebiete um die Umspannwerke Aichach und Odelzhausen die sogenannte Spitzenkappung, in das die dort errichteten großen Solaranlagen eingebunden sind. An diese Erzeugungsanlagen ergeben sich somit zukünftig höhere Anforderungen an eine flexible Regelung der Einspeisung. Die Anlagenbetreiber, deren Anlagen im Rahmen der Spitzenkappung geregelt werden, erhalten für die entgangene Einspeisung eine Entschädigung. Die Gesamtkosten für die Bürger und die Wirtschaft werden aber geringer, da die prognostizierten Entschädigungen vielfach geringer sind als die Kosten für den Netzausbau.

Schon heute transportiert das Bayernwerk in seinem Energienetz durchschnittlich über 60 Prozent regenerative Energie. An mehreren hundert Stunden pro Jahr sind alle Bayernwerk-Netzkunden zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt. Möglich wird das durch mehr als 270.000 regenerative Erzeugungsanlagen, die das Bayernwerk bis heute an sein Energienetz angeschlossen hat. Zur Einbindung dezentraler Energieanlagen muss das Netz ausgebaut werden, um Platz für die regenerative Energie zu schaffen. Bis jetzt war es aufgrund der gesetzlichen Vorgaben erforderlich, das Stromnetz dabei auf die maximale installierte Anlagenleistung auszulegen. Diese kommt jedoch äußerst selten zum Tragen. „Auf der einen Seite wird die Stromerzeugung durch bestehende Anlagen somit nur minimal eingeschränkt. Auf der anderen Seite können durch die Spitzenkappung mehr regenerative Anlagen an das Netz angeschlossen werden, ohne es ausbauen zu müssen“, betont Bayernwerk-Technikvorstand Dr. Egon Westphal.

Über Bayernwerk Netz GmbH:

Die Bayernwerk Netz GmbH bietet rund sieben Millionen Menschen in Bayern eine sichere Energieversorgung. Das Netzgebiet erstreckt sich über Unter- und Oberfranken, die Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern. Mit seinem Stromnetz von über 154.000 Kilometern Länge und seinem rund 5.900 Kilometer langen Erdgasnetz ist das Unternehmen der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern. Zudem betreibt die Bayernwerk Netz GmbH ein Straßenbeleuchtungsnetz mit einer Länge von 34.600 Kilometern.

Rund 2.700 Mitarbeiter an mehr als 20 Standorten arbeiten an einer sicheren Versorgung und am Energiesystem von morgen. In seinem Netz transportiert das Unternehmen zu 60 Prozent regenerative Energie. Dafür sorgen rund 270.000 regenerative Erzeugungsanlagen, die in das Netz des Bayernwerks einspeisen.

Sitz des Unternehmens ist Regensburg. Die Bayernwerk Netz GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.

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