Bayernwerk AG folgen

Bayernwerk testet das Netz der Zukunft: Pilotprojekt zum Einsatz von Speichern

Pressemitteilung   •   Sep 04, 2017 15:33 CEST

Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer, Osterhofens Bürgermeisterin Liane Sedlmeier und Bayernwerk-Vorstandsvorsitzender Reimund Gotzel (v.l.) am Montag vor dem Schrank mit dem Batteriespeicher zum Test in Langeniserhofen.

Osterhofen/Langenisarhofen. Bayerns größter Verteilnetzbetreiber, die Bayernwerk AG, hat am Montag, 4. September, im Landkreis Deggendorf (Niederbayern) einen Test zur Einbindung größerer Speicherleistung im Stromnetz gestartet. Im Gebiet zwischen Seebach und Osterhofen haben Bayernwerk-Vorstand Reimund Gotzel und Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer den offiziellen Startschuss für die rund zweijährige Untersuchung mit dem Namen Distribat gegeben. Als Projektziel will der Netzbetreiber mehr über die Auswirkungen und die Chancen künftig steigender Speicherleistung für eine sichere Stromversorgung erfahren.

„Wir errichten in Niederbayern das Netz der Zukunft, um die Energiewende und die digitale Transformation der Energieversorgung weiter voranzutreiben. Die Ergebnisse des Pilotprojekts Distribat werden uns im gesamten bayerischen Netzgebiet in Zukunft dazu dienen, die zunehmende Anwendung von Speichern und E-Mobility durch unsere Kunden zu erfüllen und gleichzeitig die Stabilität des Netzes in gleichbleibend hoher Qualität zu sichern“, erklärte Reimund Gotzel, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG. Der Name des Projekts setzt sich aus den beiden Begriffen Distribution, also Verteilung, und Batterie zusammen. Distribat ist ein bis Mitte 2019 laufender Feldtest von besonders flexibel einsetzbaren Speichern im örtlichen Niederspannungsnetz.

„Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien an der Stromproduktion sowie die zunehmende Regionalisierung bei der Energieversorgung erfordern gravierende Anpassungen in der Netzstruktur.“, sagte Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer. „Wir brauchen intelligente und innovative Lösungen gerade im Bereich der Verteilnetze.“ Das Projekt Distribat der Bayernwerk AG sucht nach Antworten auf die Frage, wie Batteriespeichereinheiten in realen Verteilnetzen wirken und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben. „Ich bin überzeugt, dass das Projekt ein wichtiger Schritt für eine gelingende Energiewende ist. Nur gemeinsam mit Energieversorgern, die auch in Forschung investieren, können wir die Energieversorgung von morgen entwickeln“, sagte Pschierer.

Leistung von 30.000 Akku-Batterien

In einem ausgewählten Niederspannungsnetzin der Gemeinde Langenisarhofen wurden insgesamt drei Speichereinheiten mit einer Kapazität von jeweils 22,5 Kilowattstunden installiert. Das entspricht umgerechnet der Speicherkraft von mehr als 30.000 mittelgroßen, handelsüblichen Akku-Batterien. Die Schwerpunkte der Untersuchung sind zum einen, die Auswirkungen einer wachsenden Zahl an Speichern auf das Stromnetz zu erfassen und auszuwerten. Zum anderen stehen die Bedürfnisse der Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen nach einer Optimierung des Eigenbedarfs und mehr lokaler Unabhängigkeit im Fokus. Das Bayernwerk erwartet durch den netzdienlichen Einsatz von Speichern langfristig steigende Chancen zur Anbindung dezentraler Erzeugungsanlagen sowie die Reduktion aufwändiger Netzausbaumaßnahmen. „Die Möglichkeiten werden wir im Testgebiet Seebach nun konkret in der Praxis zusammen mit unseren Kunden betrachten. Die Ergebnisse werden jedoch für das Netz der Zukunft im gesamten Bayernwerk-Netzgebiet relevant sein“, sagte Bayernwerk-Chef Reimund Gotzel.

Die Bayernwerk Netz GmbH hat inzwischen rund 270.000 Erneuerbare-Energien-Anlagen und etwa 5.000 dezentrale Speicher erfolgreich integriert. Um die Auswirkungen der steigenden dezentralen Einspeisung zu untersuchen, wurde 2010 mit der Installation leistungsfähiger Messsysteme das SmartGrid-Projekt „Netz der Zukunft“ im Gebiet zwischen Seebach und Osterhofen ins Leben gerufen. Das gesamte Testgebiet umfasst eine Fläche vonetwa elf mal 15 Kilometern. Es weist eine ausgesprochen hohe PV-Dichte auf. Aus diesem Grund ist die Region prädestiniert für die Umsetzung des Distribat-Projektes. Die lokale Analyse des Netzbetriebs beeinflusst seit Jahren die Netzplanung des Unternehmens. Im Zuge der Tests sind bislang zahlreiche technische Neuerungen in der Praxis erstmals getestet worden. Zuletzt ist der weltweit erste Regelbare Ortsnetztransformator der zweiten Generation vom Bayernwerk in Betrieb genommen worden.

Über Bayernwerk AG:

Die Bayernwerk AG unterstützt Privathaushalte, Gewerbebetriebe und Kommunen mit einem umfangreichen Angebot an Energielösungen. Gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen bietet das Bayernwerk seinen Kunden Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Strom- und Gasnetze, Straßenbeleuchtung, E-Mobilität, dezentrale Energieerzeugung, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Rund 2.900 Mitarbeiter der Bayernwerk-Gruppe geben Tag für Tag ihr Bestes um den Kunden des Bayernwerks die Energielösungen zu bieten, die sie brauchen.

Als langjähriger Partner steht das Unternehmen rund 1.200 Kommunen bei der Energiewende vor Ort zur Seite. Das gesellschaftliche Engagement für die bayerischen Regionen ist eines der Markenzeichen des Bayernwerks. Das Unternehmen engagiert sich nachhaltig für Schule und Jugend, Tradition und Kultur, Soziales, Ökologie sowie den Breitensport. 

Sitz des Unternehmens ist Regensburg. Die Bayernwerk AG ist eine 100-prozentige Tochter des E.ON-Konzerns.

Über Bayernwerk Netz GmbH:

Die Bayernwerk Netz GmbH bietet rund fünf Millionen Menschen in Bayern eine sichere Energieversorgung. Das Netzgebiet erstreckt sich über Unter- und Oberfranken, die Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern. Mit seinem Stromnetz von rund 154.000 Kilometern Länge und seinem über 5.800 Kilometer langen Erdgasnetz ist das Unternehmen der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern. Zudem betreibt die Bayernwerk Netz GmbH ein Straßenbeleuchtungsnetz mit einer Länge von 34.600 Kilometern.

Rund 2.700 Mitarbeiter an mehr als 20 Standorten arbeiten an einer sicheren Versorgung und am Energiesystem von morgen. In seinem Netz transportiert das Unternehmen zu 60 Prozent regenerative Energie. Dafür sorgen rund 265.000 regenerative Erzeugungsanlagen, die in das Netz des Bayernwerks einspeisen.

Sitz des Unternehmens ist Regensburg. Die Bayernwerk Netz GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.

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