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V.l.: Landrat Sebastian Gruber, Dr. Boris Plüschke, Bürgermeister Roland Schraml, Peter Ketterl, Michael Pollerspeck, Nina Sichler, Dr. André Zorger, Franz Bloier, Zweiter Bürgermeister Julian Herzig und Bürgermeister Heiner Kilger.

Pressemitteilung —

Gabreta Smart Grids: Nachbarschaftshilfe bei der Energieversorgung

++ Feierliche Einweihung der ersten von insgesamt sechs Übergabeschutzstationen für drei Verbindungsleitungen im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet ++ Versorgungssicherheit für Menschen, Kommunen und Unternehmen ++ Kooperationspartner sind die Bayernwerk Netz GmbH und der tschechische Verteilnetzbetreiber EG.D ++ Gefördert aus dem EU-Projekt Gabreta Smart Grids ++

Haidmühle (Landkreis Freyung-Grafenau). Die Bayernwerk Netz GmbH und ihr tschechisches Pendant EG.D schreiben im Bayerischen Wald und im Böhmerwald europäische Energiegeschichte. Im Rahmen des EU-Förderprojekts Gabreta Smart Grids errichten die beiden Verteilnetzbetreiber bis Ende 2028 entlang eines etwa 15 Kilometer langen Grenzabschnitts sechs Übergabeschutzstationen sowie drei Verbindungsleitungen und verbinden damit erstmals die Verteilnetze von Bayern und Tschechien auf Mittelspannungsebene. Am Montag, 12. Oktober 2026, wurde in Haidmühle die erste der insgesamt sechs Übergabeschutzstationen feierlich eingeweiht. Peter Ketterl, Leiter Technik Ostbayern bei der Bayernwerk Netz: „Mit der Übergabeschutzstation in Haidmühle wird ein Meilenstein des Projekts Gabreta Smart Grids sichtbar. Das Projekt steht für eine moderne Energieinfrastruktur, für Versorgungssicherheit, für deutsch-tschechische Partnerschaft und für ein Europa, das in der Region erlebbar wird."

Sichere Stromversorgung im Herzen Europas

Das Vorhaben ist im bayerischen Verteilnetz bislang einmalig. Das von der EU geförderte Energieinfrastrukturprojekt wird zwischen 2024 und 2028 umgesetzt. Partnerstationen entstehen in Haidmühle und Stožec, Philippsreuth und Strážný sowie Mauth und Kvilda. Miteinander verbunden werden diese durch Verbindungsleitungen auf Mittelspannungsebene.

Sebastian Gruber, Landrat des Landkreises Freyung-Grafenau: „In Zeiten tiefgreifender Transformationen müssen wir die Widerstandsfähigkeit unserer Netze konsequent stärken. Versorgungssicherheit ist kein Selbstzweck, sondern eine Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Sicherheit und Wohlstand in den Regionen ebenso wie in der gesamten Europäischen Union.“

Roland Schraml, Bürgermeister von Haidmühle: „Eine starke Grenzregion braucht starke Verbindungen, auch bei der Energieversorgung. Es freut mich, dass Haidmühle beispielhaft für die erfolgreiche und zukunftsweisende Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tschechien steht.“

Sechs Übergabeschutzstationen für drei Verbindungsleitungen

Die sechs Übergabeschutzstationen werden mit modernster Mess-, Schalt- und Schutztechnik ausgestattet. Damit ermöglichen sie eine sichere und zuverlässige Stromübergabe zwischen zwei Netzen. Bei den Leitungen handelt es sich um reine Bereitschaftsleitungen, die im Normalfall stromlos sind. Sollte es allerdings infolge extremer Wetterereignisse oder anderer äußerer Einflüsse zu Instabilitäten im Stromnetz kommen, können die Leitungen in Betrieb genommen werden. Auf diese Weise kann die jeweils betroffene Region unterstützt werden, bis ein stabiler Netzbetrieb wieder hergestellt ist. Angesichts zunehmender Bedrohungen durch hybride Kriegsführung und Sabotage gewinnt das Vorhaben zusätzlich an Bedeutung.

Andreas Pletl, Leiter Technik für das Teilprojekt im Bayerischen Wald und Böhmerwald, gab den Gästen einen Überblick über den aktuellen Projektstand: „Die Trassenplanung für die rund 1,7 Kilometer lange Leitung zwischen Haidmühle und Nové Údolí ist bereits abgeschlossen. Die knapp 1,5 Kilometer lange Verbindung von Philippsreuth nach Strážný befindet sich in der abschließenden Abstimmung mit den Beteiligten. Für die rund 3,47 Kilometer lange Leitung zwischen Mauth und Kvilda läuft die Trassenplanung noch.“ Im kommenden Jahr starten die Bauarbeiten, die Inbetriebnahme der Stationen und Leitungen ist für Ende 2028 geplant.

Gabreta-Graffito für grenzüberschreitendes Energieprojekt

Um das Vorhaben für die Menschen vor Ort sichtbar zu machen, wurde die Übergabeschutzstation in Haidmühle künstlerisch gestaltet. Die mit der Fassadengestaltung beauftragte Firma ArtEfX ließ sich von der Landschaft inspirieren und stellte den Wald in den Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens. Gleichzeitig spannte sie mit ihrem Motiv einen Bogen zum Projekt. Denn Gabreta ist das keltische Wort für den zusammenhängenden Waldgebirgsraum entlang der deutsch-tschechischen Grenze und steht symbolisch für die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tschechien, die durch des Energieinfrastrukturprojekt auf einer weiteren Ebene intensiviert wird.

PCI-Projekt „Gabreta Smart Grids“

Gabreta Smart Grids ist ein Vorhaben von gemeinsamem Interesse der Europäischen Union (Project of Common Interest, PCI). Als PCI stuft die Europäische Union bedeutende grenzüberschreitende Infrastrukturvorhaben ein, die dazu beitragen, die europäischen Energienetze und -systeme zu modernisieren und stärker miteinander zu verbinden. Die sechs Übergabeschutzstationen und drei Verbindungsleitungen sind das Herzstück des mit etwa 100 Millionen Euro geförderten Maßnahmenpakets, das die Verteilnetzbetreiber der E.ON-Gruppe – Bayernwerk Netz GmbH und die EG.D – gemeinsam in Bayern und Böhmen umsetzen.

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Kurzprofil Bayernwerk Netz GmbH

Seit mehr als 100 Jahren ist der Name Bayernwerk mit der Energieversorgung in Bayern verbunden. Die Bayernwerk Netz GmbH betreibt umfangreiche Energieinfrastruktur in Unter-und Oberfranken, in der Oberpfalz sowie in Nieder- und Oberbayern. Über diese Netzinfrastruktur werden rund sieben Millionen Menschen mit Energie versorgt.

Das Stromnetz der Bayernwerk Netz GmbH umfasst rund 156.000 Kilometer, das Straßenbeleuchtungsnetz rund 34.600 Kilometer. Das Unternehmen entwickelt seine Netzinfrastruktur kontinuierlich weiter und setzt dabei unter anderem digitale Technologien ein.

In Nord- und Ostbayern betreibt die Bayernwerk Netz GmbH zudem ein Erdgasnetz mit einer Länge von rund 6.000 Kilometern. Das Unternehmen ist an mehr als 20 Standorten in Bayern präsent. Sitz der Bayernwerk Netz GmbH ist Regensburg. Sie ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Bayernwerk AG.

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  • Unser Bild zeigt v.l.: Landrat Sebastian Gruber, Dr. Boris Plüschke, Bürgermeister Roland Schraml, Peter Ketterl, Michael Pollerspeck, Nina Sichler, Dr. André Zorger, Franz Bloier, Zweiter Bürgermeister Julian Herzig und Bürgermeister Heiner Kilger.
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  • Andreas Pletl, Leiter Technik für das Teilprojekt im Bayerischen Wald und Böhmerwald (rechts), gibt seinem Vorgesetzen Michael Pollerspeck, Leiter des Bayernwerk Netz-Kundencenters in Regen, vor Ort einen Überblick über den aktuellen Projektstand.
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  • Die Bayernwerk Netz GmbH und ihr tschechisches Pendant EG.D schreiben im Bayerischen Wald und im Böhmerwald europäische Energiegeschichte. Peter Ketterl, Leiter Technik Ostbayern, im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.
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  • Gabreta Smart Grids ist ein bedeutendes grenzüberschreitende Infrastrukturvorhaben, das dazu beiträgt, die europäischen Energienetze und -systeme zu modernisieren und stärker miteinander zu verbinden.
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