Pressemitteilung —
99 Millionen Euro für die Energiewende in der Region
++ Bayernwerk Netz GmbH stellt Weichen für eine zuverlässige Energieversorgung in der Region ++ Rekordbudgets für Netzausbau ++
Altdorf. 99 Millionen Euro wendet die Bayernwerk Netz GmbH im Jahr 2026 für die Energiewende im Versorgungsgebiet des Kundencenters Altdorf auf – und damit 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Michael Kollmeder, Leiter des Kundencenters: „Mit Rekordbudgets setzen wir unseren Weg des ambitionierten Netzausbaus fort.“ Neben dem Netzausbau über alle Spannungsebenen hinweg bleibt die Digitalisierung der Energieinfrastruktur ein zentrales Thema.
Enorme Anforderungen an Energieinfrastruktur
„Neue Berechnungen zeigen, dass sich die Erzeugungsleistung der Erneuerbaren, überwiegend aus Photovoltaik und Windkraft, bis 2045 verdreifachen wird. Gleichzeitig rechnen wir in diesem Zeitraum mit einer Verdopplung des Stromverbrauchs, angetrieben durch E-Mobilität, Wärmepumpen und Rechenzentren“, konkretisiert der Kundencenter-Leiter. Damit steigen die Anforderungen an die Energieinfrastruktur nochmal enorm.
Starker Zu- und Ausbau bei Erneuerbare Energie-Anlagen
Im Versorgungsgebiet des Kundencenters Altdorf sind auf der Nieder- und Mittelspannungsebene in Summe 52.654 Erneuerbare Energie-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.556 Megawatt in Betrieb. (Stand: 22. Juli 2026) Der Großteil entfällt auf Photovoltaik-Anlagen. Mit 52.135 Anlagen und einer Leistung von 1.372 Megawatt – also in etwa so viel wie die Leistung eines großen Kraftwerksblocks – sind sie für den Großteil der Leistung durch Erneuerbare Energie in der Region verantwortlich. Auf Platz zwei und drei folgen 176 Biomasseanlagen mit einer Einspeiseleistung von 84 Megawatt und 110 Wasserkraftanlagen mit einer Erzeugungsleistung von 81 Megawatt.
2025: ein Plus von gut 227.000 Metern Netz
Dieser enormen Einspeisemenge begegnet der Verteilnetzbetreiber mit dem weiteren ambitionierten Ausbau seiner Netze. Allein im Versorgungsgebiet des Kundencenters Altdorf, das 90 Gemeinden in den Landkreisen Dingolfing-Landau, Erding, Kelheim, Landshut, Mühldorf, Regensburger Land und Straubing-Bogen versorgt, kamen im vergangenen Jahr 125.463 Meter Niederspannungskabel und 101.904 Meter Mittelspannungskabel hinzu. Auch in puncto Digitalisierung hat das Kundencenter einen weiteren großen Schritt mit 228 zusätzlichen smarten Ortsnetzstationen nach vorne gemacht, davon 108 digitale Ortsnetzstationen (digiONS) und 120 Retrofit-Stationen. DigiONS sind von Grund auf neu und mit moderner, digitaler Technologie ausgestattet, um Fernüberwachung und -steuerung zu ermöglichen. Bei den Retrofit-Stationen handelt es sich um Bestandsanlagen, die nachträglich mit intelligenter Mess- und Kommunikationstechnik nachgerüstet werden. Die Digitalisierungsoffensive wird im Jahr 2026 weiter fortgesetzt.
Netzausbau in der Region – zwei Beispiele
Stärkeres Stromnetz zwischen Sünching und Geiselhöring
Vor dem Hintergrund weiter steigender Bezugs- und Einspeiseanfragen verstärkt die Bayernwerk Netz ihre Strominfrastruktur zwischen Sünching (Landkreis Regensburg) und Geiselhöring (Landkreis Straubing-Bogen). Bei der Maßnahme handelt es sich um den zweiten Bauabschnitt, bei dem die zwei neuen Ausleitungen vom Umspannwerk Sünching in Richtung Schaltanlage Geiselhöring fertiggestellt werden. Hierfür werden 20-Kilovolt-Mittelspannungskabel mit einem Querschnitt von jeweils 630 mm² auf einer Gesamtlänge von rund 2,5 Kilometern verlegt. Gleichzeitig wird das Mittelspannungsnetz im Ortsteil Greißing ertüchtigt. Als Ersatz für die bestehende Freileitung werden leistungsstarke Kabel verlegt: 3,8 Kilometer mit einem Querschnitt von 400 mm² und 1,5 Kilometern mit einem Querschnitt von 150 mm². Nach Abschluss der Tiefbauarbeiten werden die Freileitungen rückgebaut. Darüber hinaus werden vier bestehende Ortsnetzstationen durch digitale Ortsnetzstationen ersetzt und mit einer zusätzlichen smarten Station nachverdichtet. Baustart war im Frühjahr 2026, die Fertigstellung ist für November 2026 geplant. Die Maßnahme ist mit 2,4 Millionen Euro budgetiert.
Netzbau in Rottenburg a. d. Laaber schafft zusätzliche Kapazitäten
Zur weiteren Stärkung der regionalen Stromversorgung baut die Bayernwerk Netz das Mittelspannungsnetz in Rottenburg a. d. Laaber (Landkreis Landshut) aus. Im Mittelpunkt steht die leistungsfähige Anbindung an das neu entstehende Umspannwerk Rottenburg Süd. Die Verlegung der Kabel erfolgt ab dem Umspannwerk in südliche und östliche Richtung. Im Zuge der Maßnahme wird das Netz mit sieben digitalen Ortsnetzstationen verstärkt. Vier neue smarte Ortsnetzstationen bekommt die Stadt Rottenburg a.d. Laaber, in den Ortsteilen Wiedenberg, Thomaszell, Pfifferling und Eschenloh werden die bestehenden Turm- oder Betonmaststationen durch smarte Kompaktstationen ersetzt. Auch die benachbarte Gemeinde Hohenthann profitiert vom Netzausbau: In den Ortsteilen Schmatzhausen, Kumpfmühle und Oberhof werden in die Jahre gekommene Ortsnetzstationen durch smarte Nachfolger ersetzt. Der Baustart erfolgte im November 2025, die Fertigstellung ist für Herbst 2026 vorgesehen. Das Budget für die Maßnahme liegt bei etwa 3,2 Millionen Euro.
Sicherheit, Stabilität und Resilienz
Die Versorgungssicherheit im Netzgebiet der Bayernwerk Netz liegt bei über 99 Prozent. Für die restlichen 0-Komma-Prozent, denen klimatische und sicherheitsrelevante Risiken zugrunde liegen, gibt es keinen umfassenden Schutz, kann es keinen umfassenden Schutz geben. Die Bayernwerk Netz beobachtet die Sicherheitslage genau und nimmt Entwicklungen zum Anlass, ihre Aktivitäten bei Bedarf anzupassen stets vor dem Hintergrund, im Krisenfall schnell und effektiv reagieren zu können. Mit Bundeswehr, Heimat- und Zivilschutz, THW und Freiwilligen Feuerwehren steht der Verteilnetzbetreiber im engen Austausch und führt gemeinsame Übungen durch.
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Kurzprofil Bayernwerk Netz GmbH
Seit mehr als 100 Jahren steht der Name Bayernwerk für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung im Freistaat. Die Bayernwerk Netz GmbH nimmt dabei als Netzbetreiber eine Schlüsselrolle ein. Damit jetzt und in Zukunft immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, braucht es ein modernes, intelligentes Stromnetz. Deshalb setzt das Unternehmen auf Digitalisierung und Innovation, unterstützt zahlreiche wissenschaftliche Projekte und arbeitet systematisch am Ausbau der Energienetze. Die Bayernwerk Netz GmbH versorgt insgesamt rund sieben Millionen Menschen mit Energie. Sie ist in den bayerischen Regionen Unter- und Oberfranken, Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern aktiv und damit der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern: Das Stromnetz umfasst 156.000 Kilometer, sein Gasnetz 6.000 Kilometer und das Straßenbeleuchtungsnetz 34.600 Kilometer. Bilanziell verteilt das Unternehmen in den Energienetzen zu 96 Prozent elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen. Dafür sorgen mehr als 1 Million dezentrale Erzeugungsanlagen, die auf das Netz des Bayernwerks wirken und Ökostrom einspeisen. In Nord- und Ostbayern versorgt das Unternehmen Kunden auch über sein Erdgasnetz. Die Bayernwerk Netz GmbH ist an mehr als 20 Standorten im Land präsent.
Sitz der Bayernwerk Netz GmbH ist Regensburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.