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Zur wissenschaftlichen Untersuchung gehörte auch das Wiegen der Jungvögel. Mit 1,3 bis 1,5 Kilogramm waren alle drei Fischadler kerngesund.

Pressemitteilung

Mast als Kinderstube für drei Fischadler-Küken

Der Experte spricht von einer Sensation: Es geht um die erste erfolgreiche Fischadlerbrut auf einem Stromleitungsmast in Bayern. Vier bis fünf Wochen sind die drei Fischadler-Küken alt, die auf einem Hochspannungsmast der Bayernwerk Netz in Mittelfranken ihre Kinderstube haben. Seit wenigen Tagen tragen die Jungvögel einen Ring am Bein, der sie künftig identifizierbar macht. So sollen wichtige Erkenntnisse für den Schutz der seltenen Greifvögel gewonnen werden.

„So nah habe ich noch nie einen Adler gesehen“, berichtet Bayernwerk Netz-Servicetechniker Alexander Dürst. Normalerweise baut, wartet und repariert der Freileitungsmonteur Hochspannungsleitungen. Dieses Mal jedoch führte ihn sein Einsatz zu einem Fischadlerhorst in rund 35 Metern Höhe. Nachdem der betroffene Stromkreis abgeschaltet worden war, um eine Gefährdung zu vermeiden, stieg Alexander Dürst gesichert auf den Mast. Behutsam setzte er die drei Jungvögel einzeln in einen geräumigen Seesack, der anschließend von seinem Kollegen am Boden abgelassen wurde. „Ich muss sagen, ich war zunächst aufgeregt. Die Tiere waren aber ganz ruhig. Ich hatte befürchtet, dass die Altvögel ihr Nest verteidigen würden, doch sie hielten sich währenddessen in einiger Entfernung auf“, berichtet Alexander Dürst von dem ungewöhnlichen Einsatz.

Wichtige Daten für den Artenschutz

An der Bodenstation nahmen die ehrenamtlichen Beringer Roland und Theresa Geyer die jungen Fischadler in Empfang. Dort wurden die Tiere gewogen sowie Schnabel und Stoß vermessen, bevor jeder Jungvogel einen Ring der Vogelwarte und einen individuell lesbaren Kennring erhielt. „Wir beringen die Vögel, damit sie später anhand der Ringnummer mit Fernglas oder Kamera eindeutig identifiziert werden können. So können wir nachvollziehen, wie sich die Tiere ausbreiten und wo sie später selbst brüten“, erklärt Roland Geyer. Besonders spannend sei dabei der Brutplatz: In Mittelfranken haben in diesem Jahr lediglich zwei Fischadlerpaare erfolgreich Nachwuchs großgezogen. Während das andere Paar auf einem Baum brütet, befindet sich dieses Nest auf einem Hochspannungsmast. Je nachdem, ob ein Jungvogel auf einem Baum oder Mast geschlüpft ist, wird der Kennring an einem unterschiedlichen Bein angebracht. So möchten die Wissenschaftler herausfinden, ob Fischadler später bevorzugt einen ähnlichen Brutplatz wählen.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

„Die Beringung ist wie am Schnürchen gelaufen. Die Helfer haben das ganz toll gemacht und wir konnten die Vögel so wenig wie möglich stören“, sagt Theresa Geyer. Das Brutpaar wird im Rahmen eines Artenhilfsprojekts für Fisch- und Seeadler von Ehrenamtlichen beobachtet und dokumentiert. Nachdem die Untere Naturschutzbehörde Erlangen-Höchstadt und die Obere Naturschutzbehörde Oberfranken, in deren Gebiet sich ebenfalls ein Fischadlerhorst auf dieser Leitung befindet, allerdings noch ohne Brut, die Bayernwerk Netz um Unterstützung gebeten hatten, organisierte das Umweltteam des Energieunternehmens erstmals eine solche Beringungsaktion. „Umwelt-, Natur- und Artenschutz spielen bei unseren Maßnahmen eine wichtige Rolle, sei es im Leitungsbereich bei Instandhaltungsarbeiten, Ersatzneubauten oder dem Bau und der Modernisierung von Umspannwerken. Deshalb stimmen wir unsere Arbeiten grundsätzlich eng mit den zuständigen Behörden ab“, erklärt Ute Gellenthien vom Umweltteam der Bayernwerk Netz. Solche Erfolge zeigen, wie sich durch gute Kommunikation und die Expertise aller Beteiligten wirksamer Artenschutz gemeinsam umsetzen lässt.

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Kurzprofil Bayernwerk Netz GmbH

Seit mehr als 100 Jahren steht der Name Bayernwerk für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung im Freistaat. Die Bayernwerk Netz GmbH nimmt dabei als Netzbetreiber eine Schlüsselrolle ein. Damit jetzt und in Zukunft immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, braucht es ein modernes, intelligentes Stromnetz. Deshalb setzt das Unternehmen auf Digitalisierung und Innovation, unterstützt zahlreiche wissenschaftliche Projekte und arbeitet systematisch am Ausbau der Energienetze. Die Bayernwerk Netz GmbH versorgt insgesamt rund sieben Millionen Menschen mit Energie. Sie ist in den bayerischen Regionen Unter- und Oberfranken, Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern aktiv und damit der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern: Das Stromnetz umfasst 156.000 Kilometer, sein Gasnetz 6.000 Kilometer und das Straßenbeleuchtungsnetz 34.600 Kilometer. Bilanziell verteilt das Unternehmen in den Energienetzen zu 96 Prozent elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen. Dafür sorgen mehr als 1 Million dezentrale Erzeugungsanlagen, die auf das Netz des Bayernwerks wirken und Ökostrom einspeisen. In Nord- und Ostbayern versorgt das Unternehmen Kunden auch über sein Erdgasnetz. Die Bayernwerk Netz GmbH ist an mehr als 20 Standorten im Land präsent.

Sitz der Bayernwerk Netz GmbH ist Regensburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.

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