Pressemitteilung —
Bayernwerk pilotiert kriterienbasiertes Zuteilungsverfahren für Bezugskunden größer 1.000 Kilowatt und Batteriespeicherkunden größer 300 Kilowatt
Regensburg. Die Nachfrage nach leistungsstarken Netzanschlüssen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Gleichzeitig wächst in vielen Regionen der Bedarf an Netzkapazitäten schneller, als neue Netzinfrastruktur unter anderem aufgrund langer Genehmigungsverfahren aufgebaut werden kann. Vor diesem Hintergrund pilotiert die Bayernwerk Netz GmbH ein kriterienbasiertes Zuteilungsverfahren für leistungsstarke Netzanschlussanfragen. Ziel ist es, verfügbare Netzkapazitäten zukünftig transparenter, planbarer, effizienter und weiterhin diskriminierungsfrei zu vergeben. Grundlage sind objektive, veröffentlichte Kriterien.
Das Verfahren richtet sich ausschließlich an Bezugskunden mit einem Leistungsbedarf größer 1.000 Kilowatt und an Batteriespeicherkunden größer 300 Kilowatt. Nicht betroffen sind unter anderem reine Einspeiseanlagen, private Haushalte sowie besonders schützenswerte Einrichtungen wie zum Beispiel Krankenhäuser, Rettungsdienste oder Bildungseinrichtungen. Für diese Kundengruppen bleibt der bestehende Anschlussprozess unverändert.
Pilotprojekt: Mehr Planungssicherheit für Netzkunden
Die Zuteilung von Netzanschlusskapazitäten erfolgte bislang nach der Reihenfolge des Eingangs von Anfragen. Wenn sich jedoch Netzkapazitäten aufgrund stark gestiegener Nachfrage verknappen, führt das sogenannte Windhundprinzip zu erheblichen energie- und volkswirtschaftlichen Ineffizienzen. Konkret entsteht das Risiko der ineffizienten Netzkapazitätsvergabe, sodass einzelne Kundengruppen überproportional berücksichtigt werden und andere sogar leer ausgehen können. Diese Entwicklung zeichnet sich bereits in derzeit vorliegenden Netzanschlussanfragen ab.
Daher wird mit dem kriterienbasierten Zuteilungsverfahren künftig eine transparentere Zuteilung verfügbarer Netzanschlusskapazitäten auf Grundlage veröffentlichter Kriterien ermöglicht. Damit schafft die Bayernwerk Netz eine nachvollziehbare und weiterhin diskriminierungsfreie Grundlage für den Zugang zu verfügbaren Netzkapazitäten. Die Bayernwerk Netz wird Erfahrungen aus der praktischen Anwendung und Rückmeldungen von Kunden, Verbänden, Politik und weiteren Stakeholdern sammeln. Das kriterienbasierte Zuteilungsverfahren gilt ab sofort für die genannten Kundengruppen oberhalb der definierten Schwellwerte. Das digitale Antragsportal wird am 12. Oktober 2026 freigeschaltet.
Netzausbau bleibt entscheidend
Für betroffene Netzkunden wird mit dem neuen Verfahren nachvollziehbarer, wo Netzkapazitäten verfügbar sind und unter welchen Rahmenbedingungen Anschlüsse realisiert werden können. Gleichzeitig wird die Planbarkeit für Antragsteller verbessert. Berücksichtigt werden dafür transparente Kriterien wie unter anderem der Reifegrad eines Projektes, Aspekte einer effizienten Netznutzung einschließlich der Möglichkeit eines flexiblen Netzanschlusses, die lokale Gebundenheit sowie das Regionalszenario, das der Netzausbauplanung zugrunde liegt.
Die Bayernwerk Netz investiert weiterhin umfangreich in den Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze, um zusätzliche Anschlusskapazitäten zu schaffen. Für den Zeitraum 2026 bis 2030 wendet das Unternehmen rund 12 Milliarden Euro für die bayerische Energiezukunft auf. Denn das kriterienbasierte Zuteilungsverfahren schafft keine zusätzlichen Netzkapazitäten. Es ist ein ergänzender Baustein, um vorhandene Netzkapazitäten während einer Phase sehr hoher Nachfrage effizient, transparent und planbar nutzbar zu machen. Schnellere Genehmigungsverfahren bleiben die zentrale Voraussetzung für einen zügigeren Ausbau der Stromnetze, um die steigende Nachfrage langfristig bedienen zu können.
Beitrag zu effizienterer Energiewende und wirtschaftlicher Entwicklung
Stromnetze bilden die Grundlage für die zunehmende Elektrifizierung von Industrie, Wärme und Mobilität sowie für weitere Entwicklungen im Zuge der Digitalisierung. Das kriterienbasierte Zuteilungsverfahren unterstützt die Energiewende und die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, indem es bei aktuell regional knappen Netzanschlusskapazitäten die Planungssicherheit für Unternehmen und Investoren erhöht.
Aktuelle Hinweise zum Pilotprojekt, die allgemeinen Rahmenbedingungen sowie die Verfahrensbeschreibung finden Interessierte unter https://www.bayernwerk-netz.de/zuteilungsverfahren.
Links
Themen
Kategorien
Regionen
Kurzprofil Bayernwerk Netz GmbH
Seit mehr als 100 Jahren steht der Name Bayernwerk für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung im Freistaat. Die Bayernwerk Netz GmbH nimmt dabei als Netzbetreiber eine Schlüsselrolle ein. Damit jetzt und in Zukunft immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, braucht es ein modernes, intelligentes Stromnetz. Deshalb setzt das Unternehmen auf Digitalisierung und Innovation, unterstützt zahlreiche wissenschaftliche Projekte und arbeitet systematisch am Ausbau der Energienetze. Die Bayernwerk Netz GmbH versorgt insgesamt rund sieben Millionen Menschen mit Energie. Sie ist in den bayerischen Regionen Unter- und Oberfranken, Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern aktiv und damit der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern: Das Stromnetz umfasst 156.000 Kilometer, sein Gasnetz 6.000 Kilometer und das Straßenbeleuchtungsnetz 34.600 Kilometer. Bilanziell verteilt das Unternehmen in den Energienetzen zu 96 Prozent elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen. Dafür sorgen mehr als 1 Million dezentrale Erzeugungsanlagen, die auf das Netz des Bayernwerks wirken und Ökostrom einspeisen. In Nord- und Ostbayern versorgt das Unternehmen Kunden auch über sein Erdgasnetz. Die Bayernwerk Netz GmbH ist an mehr als 20 Standorten im Land präsent.
Sitz der Bayernwerk Netz GmbH ist Regensburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.