Pressemitteilung —
91 Millionen Euro für die Energiewende in der Region
Regensburg/Parsberg. 91 Millionen Euro wendet die Bayernwerk Netz GmbH im Jahr 2026 für die Energiewende im Versorgungsgebiet des Kundencenters Parsberg auf – und damit 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Markus Segerer, Leiter des Kundencenters: „Mit Rekordbudgets setzen wir unseren Weg des ambitionierten Netzausbaus fort.“ Neben dem Netzausbau über alle Spannungsebenen hinweg bleibt die Digitalisierung der Energieinfrastruktur ein zentrales Thema.
Enorme Anforderungen an Energieinfrastruktur
„Neue Berechnungen zeigen, dass sich die Erzeugungsleistung der Erneuerbaren, überwiegend aus Photovoltaik und Windkraft, bis 2045 verdreifachen wird. Gleichzeitig rechnen wir in diesem Zeitraum mit einer Verdopplung des Stromverbrauchs, angetrieben durch E-Mobilität, Wärmepumpen und Rechenzentren“, konkretisiert Markus Segerer. Damit steigen die Anforderungen an die Energieinfrastruktur nochmal enorm.
Starker Zu- und Ausbau bei EE-Anlagen
Im Versorgungsgebiet des Kundencenters Parsberg sind auf der Nieder- und Mittelspannungsebene in Summe 38.756 Erneuerbare Energie-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.039 Megawatt in Betrieb. (Stand: 19. Mai 2026) Der Großteil entfällt auf Photovoltaik-Anlagen. Mit 38.251 Anlagen und einer Leistung von 880 Megawatt sind sie für mehr als drei Viertel der EE-Leistung in der Region verantwortlich. Mit 85 Megawatt Erzeugungsleistung folgen aktuell 50 Windkraftanlagen auf Platz zwei. Weitere Anlagen, die ihre Energie zum Beispiel aus Biomasse oder Wasser beziehen, spielen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.
2025: ein Plus von beinahe 150.000 Metern Netz
Dieser enormen Einspeisemenge begegnet der Verteilnetzbetreiber mit dem weiteren Ausbau seiner Netze. Allein im Versorgungsgebiet des Kundencenters Parsberg, das 65 Gemeinden in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Eichstätt, Kelheim, Neumarkt in der Oberpfalz, Regensburger Land und Schwandorf versorgt, kamen im vergangenen Jahr 80.117 Meter Niederspannungskabel und 69.431 Meter Mittelspannungskabel hinzu. Auch in puncto Digitalisierung hat das Kundencenter einen weiteren großen Schritt mit 177 zusätzlichen smarten Ortsnetzstationen nach vorne gemacht, davon 80 sogenannte digitale Ortsnetzstationen (digiONS) und 97 Retrofit-Stationen. DigiONS sind von Grund auf neu und mit moderner, digitaler Technologie ausgestattet, um Fernüberwachung und -steuerung zu ermöglichen. Bei den Retrofit-Stationen hingegen handelt es sich um Bestandsanlagen, die nachträglich mit intelligenter Mess- und Kommunikationstechnik nachgerüstet werden. Das Ziel für 2026 ist mit 187 smarten Stationen noch einmal ambitionierter als im Vorjahr.
Drei Beispiele für den Netzausbau in der Region
Kapazitätssprung für Deining
Die Bayernwerk Netz treibt den Netzausbau in der Gemeinde Deining (Landkreis Neumarkt) weiter voran. In den Ortsteilen Sternberg, Sallmansdorf und Großalfalterbach werden rund drei Kilometer leistungsstarke Erdkabel verlegt und ein Kabelabzweighaus errichtet. Für die Trasse ist auf einer Strecke von 500 Metern eine Spülbohrung durch einen Steilhang vorgesehen. Nach Abschluss der Maßnahme wird die bestehende Freileitung zurückgebaut. Der Baubeginn ist für September 2026 geplant, das Investitionsvolumen liegt bei etwa einer Million Euro. Dank des Kapazitätssprungs können künftig noch mehr Erneuerbare Energien ins Netz aufgenommen werden, gleichzeitig wird die Versorgungssicherheit in den Gemeindeteilen weiter erhöht.
Netzverstärkung für Lauterhofen
Die Bayernwerk Netz verstärkt das Stromnetz im Bereich Lauterhofen (Landkreis Neumarkt). Die bestehende Freileitung zwischen Mantlach, Hellberg und Haid wird durch ein 2,7 Kilometer langes, leistungsstarkes 20‑kV‑Erdkabel ersetzt. Zusätzlich werden drei Turmstationen durch moderne digitale Ortsnetzstationen ersetzt. Diese erhöhen die Netzkapazität, gleichzeitig ermöglichen sie eine bessere Überwachung und Steuerung des Netzes. Die mit 900.000 Euro budgetierte Maßnahme startet voraussichtlich im August 2026. Der Rückbau der Freileitung (1,8 Kilometer) erfolgt im Anschluss.
Mehr Netzleistung für Gebelkofen
Die Bayernwerk Netz modernisiert das Stromnetz rund um Gebelkofen (Landkreis Regensburg) mit zwei neuen Maschenleitungen, auch Ringschlüsse genannt, vom Umspannwerk Gebelkofen zum Schalthaus Mintraching. Die jeweils rund sieben Kilometer langen Kabel mit größerem Querschnitt erhöhen die Übertragungsleistung und sorgen für mehr Versorgungssicherheit, da der Strom im Störungsfall von zwei Seiten zugeschaltet werden kann. Gleichzeitig entsteht mit dem Schalthaus ein neuer, wichtiger Knotenpunkt im Netz – ideal für die wachsende Zahl an Einspeiseanlagen. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund zwei Millionen Euro wird voraussichtlich bis Ende 2026 abgeschlossen.
Sicherheit, Stabilität und Resilienz
Die Versorgungssicherheit im Netzgebiet der Bayernwerk Netz liegt bei über 99 Prozent. Für die restlichen 0-Komma-Prozent, denen klimatische und sicherheitsrelevante Risiken zugrunde liegen, gibt es keinen umfassenden Schutz, kann es keinen umfassenden Schutz geben. Die Bayernwerk Netz beobachtet die Sicherheitslage genau und nimmt Entwicklungen zum Anlass, ihre Aktivitäten bei Bedarf anzupassen stets vor dem Hintergrund, im Krisenfall schnell und effektiv reagieren zu können. Mit Bundeswehr, Heimat- und Zivilschutz, THW und Freiwilligen Feuerwehren steht der Verteilnetzbetreiber im engen Austausch und führt gemeinsame Übungen durch.
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Kurzprofil Bayernwerk Netz GmbH
Seit mehr als 100 Jahren steht der Name Bayernwerk für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung im Freistaat. Die Bayernwerk Netz GmbH nimmt dabei als Netzbetreiber eine Schlüsselrolle ein. Damit jetzt und in Zukunft immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, braucht es ein modernes, intelligentes Stromnetz. Deshalb setzt das Unternehmen auf Digitalisierung und Innovation, unterstützt zahlreiche wissenschaftliche Projekte und arbeitet systematisch am Ausbau der Energienetze. Die Bayernwerk Netz GmbH versorgt insgesamt rund sieben Millionen Menschen mit Energie. Sie ist in den bayerischen Regionen Unter- und Oberfranken, Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern aktiv und damit der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern: Das Stromnetz umfasst 156.000 Kilometer, sein Gasnetz 6.000 Kilometer und das Straßenbeleuchtungsnetz 34.600 Kilometer. Bilanziell verteilt das Unternehmen in den Energienetzen zu 96 Prozent elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen. Dafür sorgen mehr als 1 Million dezentrale Erzeugungsanlagen, die auf das Netz des Bayernwerks wirken und Ökostrom einspeisen. In Nord- und Ostbayern versorgt das Unternehmen Kunden auch über sein Erdgasnetz. Die Bayernwerk Netz GmbH ist an mehr als 20 Standorten im Land präsent.
Sitz der Bayernwerk Netz GmbH ist Regensburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.