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Presseinformation: Vom Nachwuchsforscher zum Projektleiter bei Google - Portrait-Reihe zu ehemaligen Jugend forscht-Siegern aus Bayern

Pressemitteilung   •   Mär 26, 2015 10:03 CET

Der Jugend forscht-Landeswettbewerb Bayern 2015 ist gestartet. In den letzten Wochen haben sich die Jungforscher in mehreren Regionalwettbewerben für den Landeswettbewerb qualifiziert. Nun geht es daran, auch im Landesentscheid die Jury zu begeistern. Am Donnerstag, 26. März präsentieren die bayerischen Tüftler in sieben Fachgebieten ihre Projekte. Am Freitag erfahren sie im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung, wer weiter zum Bundeswettbewerb nach Ludwigshafen fahren darf. Als Landespate ist das Bayernwerk für die Organisation und Austragung des bayerischen Wettbewerbs zuständig und hat im Vorfeld des Wettbewerbs ehemalige Gewinner des Bayern-Wettbewerbs getroffen. Auch den aus Passau stammenden Christian Kurzke.

Passau/USA. Im Jahr 1993 hat der damals 21-jährige Passauer Christian Kurzke mit dem Projekt „Entwicklung eines Softwarepaketes zum computergesteuerten Schneiden von Patientenabdeckungen in der Strahlentherapie“ den 2. Preis beim Bundeswettbewerb in der Kategorie Arbeitswelt gewonnen. Zuvor hatte er beim Landeswettbewerb Bayern den ersten Platz belegt. Heute ist er der Leiter von Googles Android Auto Projekt und lebt im Silicon Valley in Amerika. Er sagt: „Ohne ‚Jugend forscht‘ wäre ich nie in die USA gekommen.“

Denn was sich für seine weitere Karriere als wegweisend herausstellen sollte, war das Praktikum an der amerikanischen Duke University, das er neben dem Bundespreis vom damaligen Kanzler Helmut Kohl erhielt: „Mit diesem sechswöchigen Stipendium bin ich nicht nur aus Passau raus, sondern auch zum ersten Mal international unterwegs gewesen“, so der „Jugend forscht“-Alumnus. Doch der Weg führte ihn nicht direkt ins Silicon Valley. Schon seine erste Teilnahme bei „Jugend forscht“ gestaltete sich etwas holprig. „Ich hatte davor schon an verschiedenen Wettbewerben wie dem Bundeswettbewerb Mathematik teilgenommen. Aber da schickst du nur deine Ergebnisse hin und das war’s. Bei ‚Jugend forscht‘ dagegen kommt es auf die Präsentation an!“, erläutert Christian Kurzke. Bei seinem zweiten Versuch sollte es besser laufen, da er sich nun neben der Forschungsarbeit auch der angemessenen Präsentation widmete. „Die Fähigkeiten, gut zu präsentieren und sich selbst immer weiter zu motivieren, habe ich vom ‚Jugend forscht‘-Wettbewerb mitgenommen“, betont der Bayern-Sieger.

Sein Studium der Informatik und der Elektrotechnik absolvierte der leidenschaftliche Programmierer, der schon mit neun Jahren am Computer herumtüftelte, in Erlangen. Im Verlauf seines Studiums reiste Kurzke noch einmal in die USA, um an einer Ausstellung teilzunehmen. Hier knüpfte er erste Kontakte mit der Firma Sun Microsystems, bei der er dann auch seine Diplomarbeit schrieb. Dieses Unterfangen erwies sich allerdings als recht zeitaufwendig: „Ich hatte dort einen richtigen Job, da hatte die Diplomarbeit nicht immer Priorität. Am Ende hat es drei Jahre gedauert bis sie fertig war“, so Kurzke. Seine Tätigkeit bei der Mutterfirma der Programmiersprache Java – die übrigens von Andreas von Bechtolsheim, einem weiteren „Jugend forscht“-Alumnus, mitgegründet wurde – profitierte von den Fähigkeiten, die sich Kurzke im Wettbewerb angeeignet hatte: Er präsentierte zum Beispiel bei Terminen und Konferenzen öffentlichkeitswirksam eine Kaffeemaschine, die er mit Java programmiert hatte. Außerdem veröffentlichte der Passauer Ende der 90er Jahre einige wegweisende Arbeiten, unter anderem eine über die sogenannte „Social Web Wearch“. Auf der Grundlage dieser Technologie gründeten Larry Page und Sergey Brin später Google.

Auch später in seiner Karriere konnte der Passauer auf die wichtigen Fertigkeiten zurückgreifen, die er sich bei „Jugend forscht“ angeeignet hatte. Heute ist er als Leiter des Projekts „Android Auto“ beim Internetriesen Google die Schnittstelle zwischen Technik und Marketing. Auch vor seiner Zeit als Projektleiter schon war Kurzke als „Developer Advocate“ für die präsentable Aufbereitung unddie Vorstellung neuer Technologien bei dem Internetkonzern verantwortlich. Der Startpunkt war „Jugend forscht“, „hier habe ich die Wichtigkeit der Verbindung zwischen den Ergebnissen der Forschung und Entwicklung und deren Präsentation realisiert“, erläutert er sein Credo.

Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen mit „Jugend forscht“ und den Leuten, die er dabei kennenlernte, sagt er heute, dass die Teilnahme an diesem Wettbewerb für ihn einen großen Vorteil bei der Bewerbung bedeute: „Leider hat sich noch kein ‚Jugend forscht‘-Teilnehmer bei mir beworben, aber ich würde sie einstellen.“

Hintergrund: 50 Jahre „Jugend forscht“
Vor 50 Jahren rief der damalige Stern-Chefredakteur Henri Nannen die Initiative „Jugend forscht“ ins Leben, um den wissenschaftlichen Nachwuchs der Bundesrepublik zu fördern. Seither entwickeln begeisterte Jugendliche jedes Jahr viele bemerkenswerte Projekte in verschiedenen Fachbereichen. Nach dem Abschluss der Regionalwettbewerbe auf lokaler Ebene wird auch im Jubiläumsjahr der Landeswettbewerb Bayern vom Patenunternehmen Bayernwerk ausgerichtet, bei dem sich die besten Ideen der bayerischen Jungforscher für den Bundeswettbewerb qualifizieren. In den vergangenen 50 Jahren haben viele Nachwuchswissenschaftler aus dem Freistaat bei Jugend forscht auf Bundesebene Preise gewonnen und sich in die „Jugend forscht“-Annalen eingetragen. Einige dieser Alumni hat das Bayernwerk mit dem extra dafür hergerichteten „Jugend forscht E-Smart“ in der Vorbereitung auf die Jubiläumsausgabe des Landeswettbewerbs besucht und mit ihnen über ihre ganz persönlichen „Jugend forscht“-Erfahrungen gesprochen.

Nähere Informationen zu den aktuellen Wettbewerben auf www.jugend-forscht-bayern.de

Über Bayernwerk AG:

Die Bayernwerk AG ist der größte regionale Netzbetreiber in Bayern. Mit einem Stromnetz von rund 152.000 Kilometern Länge und einem über 5.500 Kilometer langen Erdgasnetz sichert das Unternehmen die Energieversorgung in weiten Teilen des Freistaats. Zudem betreibt das Bayernwerk ein Straßenbeleuchtungsnetz mit einer Länge von 34.500 Kilometern. Das Netzgebiet des Bayernwerks erstreckt sich über Unter- und Oberfranken, die Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern. In seinem Netz transportiert das Unternehmen mehr als 50 Prozent regenerative Energie. Zu den Kernaufgaben des Bayernwerks zählen neben einer sicheren Versorgung insbesondere der Ausbau und die technologische Entwicklung der Netzinfrastruktur. Zudem bietet das Bayernwerk seinen Kunden unterschiedliche Energiedienstleistungen. Das Tochterunternehmen Bayernwerk Natur kümmert sich um den Bau und den Betrieb dezentraler und regenerativer Kleinkraftwerke. Das Bayernwerk gestaltet die Energiezukunft in Bayern maßgeblich mit und leistet einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Sitz des Unternehmens ist Regensburg. Das Bayernwerk ist eine 100-prozentige E.ON-Tochter.