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Presseinformation: Bayernwerk-Netzcenter Freilassing stellt Baumaßnahmen 2015 vor - Mehr als 22 Millionen Euro für Netzmaßnahmen im Netzcentergebiet

Pressemitteilung   •   Jul 07, 2015 19:18 CEST

Freilassing. Im Rahmen eines Pressegesprächs am Dienstag hat das Bayernwerk über seine diesjährigen Netzbaumaßnahmen im Gebiet des Netzcenters Freilassing informiert. Eingangs äußerte sich die für Oberbayern verantwortliche Bayernwerk-Regionalleiterin Ursula Jekelius zum Stand der Energiewende im Bayernwerk-Netz.

„2015 ist für uns bislang ein Jahr der Rekorde: Höchstwerte bei regenerativer Leistung, Höchstwerte bei der Einspeisung erneuerbarer Energie und Höchstwerte beim Netzbauvolumen sind Indizien für die Musik, die derzeit im regionalen Verteilnetz spielt“, betonte Ursula Jekelius. „Bei dezentraler Einspeisung dominiert in unserem Netz seit Langem die Photovoltaik. 255.000 Photovoltaik-Anlagen haben wir bis heute in unser Netz integriert, 77.000 davon in Oberbayern. Mit einer theoretischen Leistung von 5.600 Megawatt ist unser Netz in puncto Photovoltaik europaweit an der Spitze“, so Jekelius. In Summe aller dezentralen, regenerativen Energien, die in das Verteilnetz des Bayernwerks einspeisen, weise das Unternehmensnetz eine installierte Leistung von 8.400 Megawatt auf – das entspräche der Leistung von acht bis neun Großkraftwerken. Damit verteile das Bayernwerk in seinem Netz heute schon zu 60 Prozent regenerative Energie. Das sei vor wenigen Jahren nicht vorstellbar gewesen. Regelmäßig übersteige die Stromerzeugung den örtlichen Strombedarf.

Um die Versorgungssicherheit unter diesen Bedingungen hoch zu halten und den erzeugten regenerativen Strom auch zum Verbraucher zu bringen, arbeite man ständig an der Optimierung des Verteilnetzes. Dazu entwickle das Bayernwerk innovative Netzkomponenten wie den regelbaren Ortsnetztransformator und bringe diese auch zum Einsatz. „Entscheidend bleibt aber der klassische Netzausbau, von der Instandhaltung und Erneuerung bis hin zur Erweiterung regionaler Netzkapazitäten. In unserem gesamten Netzgebiet stecken wir in diesem Jahr rund 520 Millionen Euro in unser Verteilnetz“, erläuterte Ursula Jekelius. „Rund 93 Millionen sind ausschließlich auf Energiewende-Maßnahmen zurückzuführen. Über 420 Millionen wenden wir auf, um die Versorgungssicherheit für die rund fünf Millionen Netzkunden in den bayerischen Regionen auf dem gewohnt hohen Niveau zu halten“, so die Regionalleiterin weiter.

Der für die oberbayerischen Netzdienste verantwortliche Hans Jablonski stellte das Baubudget für Oberbayern vor: „mehr als 177 Millionen Euro verbauen wir in Oberbayern, mehr als 22 Millionen davon im Netzcentergebiet Freilassing. Das Netzcentergebiet umfasst die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein. Rund 200.000 Einwohner in 27 Kommunen werden so über unsere Infrastruktur des regionalen Netzbetreibers versorgt.“

Auf dem Bauprogramm des Netzcenters Freilassing stehen laut Rolf Stibler, Netzbauleiter am Bayernwerk-Netzcenter Freilassing, sowohl Instandhaltungs-, Verkabelungs- und Erweiterungsarbeiten. „Die erste Maßnahme führt auf den „Toten Mann“ in den Berchtesgadener Alpen. Anfang August fangen wir mit den Arbeiten zur Anbindung des Behördenfunksenders an das Stromnetz an. Entlang der Straße werden wir, beginnend an der Transformatorenstation Schwarzeckerstraße in der Gemeinde Ramsau, ein Mittelspannungskabel auf einer Länge von zwei Kilometer bis zum Sender verlegen“, erklärte Rolf Stibler die Netzarbeiten, die fünf Wochen andauern würden.

Eine wichtige Verkabelungsmaßnahme steht laut Stibler im Bereich der Gemeinde Marktschellenberg im Berchtesgadener Land an. Da das Gelände, auf dem derzeit eine 30-KV-Freileitung den Berchtesgadener Talkessel versorgt, Hangrutsch aufweist, wird diese Freileitung auf der gefährdeten Länge von knapp fünf Kilometern verkabelt. Der erste Bauabschnitt mit einer Länge von 3,2 Kilometern soll in Kürze beginnen. Der zweite Bauabschnitt erfolgt dann 2016.

Als weitere Netzbaumaßnahme nannte Stibler die Arbeiten im Gemeindegebiet Teisendorf. Dort werde die Verkabelung der 20-kV-Freileitung von der Transformatorenstation Freidling zur Station Achthal Ende August beginnen. Im Zug der Kabelarbeiten werden die Stationen Stetten, Querchtsfelden und Gehmachmühle erneuert. Zur Erhöhung der Versorgungssicherheit und der Qualität der Versorgung diene die Netz-erweiterung im Berchtesgadener Ortsteil Unterau und dem Gewerbegebiet Gartenau. „In einem zweiten Bauabschnitt werden wir das Schalthaus Unterau und bestehende Leitungen mit einem sogenannten Mittelspannungsdoppelkabelan das Umspannwerk Berchtesgaden anbinden“, so Rolf Stibler. Für die Verlegung des Kabels auf einer Strecke von vier Kilometern werde mit acht Wochen gerechnet. Baubeginn Mitte August.

Im Landkreis Traunstein werde EEG-bedingt zur Verstärkung der Netzinfrastruktur eine neue sogenannte Mittelspannungs-Ausleitung vom Umspannwerk Traunstein zum Schalthaus Hunkling geschaffen. „Vier Bauabschnitte sind für die Verlegung von zwei Kabelstrecken auf einer Gesamtlänge von 20 Kilometern notwendig“, so der Bauleiter. Mit dem zweiten Bauabschnitt werde man Ende Juli/Anfang August beginnen. Allein für diese Netzbaumaßnahme wendet der Netzbetreiber einen Betrag von rund 2,6 Millionen Euro auf.

Über Bayernwerk AG:

Die Bayernwerk AG ist der größte regionale Netzbetreiber in Bayern. Mit einem Stromnetz von rund 153.000 Kilometern Länge und einem über 5.700 Kilometer langen Erdgasnetz sichert das Unternehmen die Energieversorgung in weiten Teilen des Freistaats. Zudem betreibt das Bayernwerk ein Straßenbeleuchtungsnetz mit einer Länge von 34.500 Kilometern. Das Netzgebiet des Bayernwerks erstreckt sich über Unter- und Oberfranken, die Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern. In seinem Netz transportiert das Unternehmen mehr als 60 Prozent regenerative Energie. Zu den Kernaufgaben des Bayernwerks zählen neben einer sicheren Versorgung insbesondere der Ausbau und die technologische Entwicklung der Netzinfrastruktur. Zudem bietet das Bayernwerk seinen Kunden unterschiedliche Energiedienstleistungen. Das Tochterunternehmen Bayernwerk Natur kümmert sich um den Bau und den Betrieb dezentraler und regenerativer Kleinkraftwerke. Das Bayernwerk gestaltet die Energiezukunft in Bayern maßgeblich mit und leistet einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Sitz des Unternehmens ist Regensburg. Das Bayernwerk ist eine 100-prozentige E.ON-Tochter.